Floridas Unterwasserwelt

    Florida – auf, über und unter Wasser

    Urlauber in Florida sind oft auf der Suche nach echten, authentischen „Einheimischen“. Denn schließlich wollen sie zu Hause Geschichten erzählen und Fotos zeigen, in denen zum Beispiel zu sehen ist, wie Leute ihre Angelschnur in das sanfte Gewässer des Golfes von Mexiko an schneeweißen Ufern werfen. Und natürlich wollen sie sich danach noch an einer Strandbar mit den Einheimischen über das Fischen austauschen, inspiriert von der Sonne, die im Hintergrund in den Horizont eintaucht.

    Diesen Besuchern des Sunshine States empfehlen wir tatsächlich, Einheimische zu sehen. Aber nicht der zweibeinigen Sorte. Treffen sollte man stattdessen Floridas wahre Eingeborene: Meeresschildkröten... Delfine... Seekühe... Pelikane und Möwen... Krabben... sowie die Bewohner der bunten Korallenriffe.

    Korallenriffe

    Floridas Korallenriffe entstanden vor 5.000 bis 7.000 Jahren, als der Meeresspiegel nach der Eiszeit stieg. Das Riffwachstum ist langsam. Schätzungen reichen von einem bis fünf Meter alle 1.000 Jahre. Diese lebenden, blumenähnlichen Tiere bilden Tausende von winzigen Kolonien und sind überlebenswichtig für das Ökosystem, da sie mehreren tausend Pflanzen, Tieren und Algen ein „zu Hause“ bieten. Wenn alte Kolonien sterben, entstehen neue auf den Skeletten.

    Innerhalb der USA verfügt Florida über die ausgedehntesten flachen Korallenriffformationen. Florida ist die Heimat des drittgrößten Riffsystems der Welt, dem Florida Keys Reef Tract. Es ist etwa 350 Kilometer lang.

    Schildkröten

    Wie machen sie das eigentlich? Weibliche Meeresschildkröten verblüffen Wissenschaftler jedes Mal, wenn sie zumeist an den gleichen Strand zurückkehren, an dem sie zuvor Eier gelegt haben und wo sie selbst entschlüpft sind. Wenn es soweit ist, wiegen die Babys fast nichts und sind nur ein paar Zentimeter groß. Mit der Zeit werden sie jedoch über 130 Kilo auf die Waage bringen. Es gibt verschiedene Arten, wobei Florida die größte Unechte Karettschildkröten Population der westlichen Hemisphäre aufweist.

    Während der Nistzeit von März bis Oktober sollten Urlauber bedenken, dass Schildkröten, während sie tagsüber die Strände dominieren, nachts Ruhe benötigen. Wenn man eine erwachsene Meeresschildkröte aus dem Wasser kommen sieht, sollte man sich daher nicht nähern; sie könnte sonst ins Wasser zurückkehren, ohne zu nisten. Lichter stören oder desorientieren nistende Schildkröten. Viele Strandgemeinden haben sogar eine „Licht aus“-Richtlinie nach Einbruch der Dunkelheit, um frisch geschlüpfte Babyschildkröten nicht abzulenken, wenn sie versuchen zurück ins Wasser zu gelangen.

    Manatis

    Man sollte meinen, dass Vegetarier nicht so leicht Pfunde sammeln, aber genau das ist bei Seekühen der Fall. Durchschnittlich mehr als 500 Kilogramm und mehr bringen sie bei einer Länge von 2,5 bis 3,5 Meter auf die Waage. Diese sanften Riesen steuern im Winter stets auf warmes Gewässer zu und verschlingen Seegras und Süßwasserpflanzen. Sie betrachten ihre Umwelt gerne als ihre Arena, wenn sie ihre riesigen Schwanzflossen in Flüssen, Buchten, Bootsbecken und Quellen hin- und herschwingen. Sie werden keine Schönheitswettbewerbe gewinnen (diese Kategorie hat wahrscheinlich der Seestern für sich reklamiert), aber sie sind einfach bezaubernd und süß anzusehen.

    Delfine

    Man könnte meinen, Delfine können nicht anders als lachen. Die warmblütigen, luftatmenden Säugetiere toben gerne gleich am frühen Morgen vor den Stränden des Golfes von Mexiko – allen voran die grauen atlantischen Tümmler (Flipper war auch ein Tümmler). An zahlreichen Orten im ganzen Land können Urlauber selbst mit ihnen schwimmen. Der neue beste Urlaubsfreund könnte daher zwischen 150 und 650 Kilogramm wiegen, 2,5 bis 4 Meter lang sein und auf Handzeichen reagieren.
    Draußen am Golf, in den Keys und im Atlantik – überall ist es jedes Mal aufs Neue ein unbeschreibliches Gefühl, wenn eine Schar dieser Schönheiten das ganze Jahr über vorbeiziehen.

    Haie

    Entlang der Golf- und Atlantikküste Floridas leben eine Reihe von Haiarten, wie Ammenhaie, Bullenhaie, Schwarzspitzen-, und Sandbankhaie sowie der große Hammerhai. Über Haiangriffe wird viel in der Presse geschrieben, aber die Chancen stehen äußerst gering, dass es zu einer Attacke kommt. Laut der „International Shark Attack File“ ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen in Florida vom Blitz getroffen werden, 30-mal höher als von einem Hai gebissen zu werden.

    Dennoch sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: Man sollte es vermeiden, nachts oder in der Dämmerung zu schwimmen – ebenso wenig mit einer offenen Wunde. Florida ist seit langem die Heimat von Haien. Venice Beach ist ein Hot-Spot für das Sammeln von Haizähnen auf Grund der ausgedehnten sedimentären Felsformationen in diesem Gebiet. Die sanft abfallenden Strände sind perfekt darauf ausgelegt, gespülte Fossilien aufzunehmen, die von den nahegelegenen Gesteinsvorkommen erodiert wurden.

    Vögel

    Die Küsten Floridas und die Binnenwasserstraßen gehören weltweit zu den beliebtesten Spots von Vogelkundlern. Kormorane, Reiher und Möwen sind überall zu sehen.
    Strandläufer scheinen mit den Strandgästen zu spielen, wenn sie sich in Gruppen in flachen Küstengewässern tummeln und in der Brandung hin und her laufen, während sie mit ihren Schnabel Beute suchen.
    Pelikane sind definitiv keine zierlichen Gourmets und ihre Halsbeutel können etwa dreimal mehr aufnehmen als ihre Mägen. Bestimmte Arten (z.B. der amerikanische weiße Pelikan) strömen in den Wintermonaten hierher, während braune Pelikane die Hitze gut vertragen und das ganze Jahr über hier sind.

    Muscheln

    Florida gleicht einem Muschelhimmel, besonders auf den Schwesterinseln Sanibel und Captiva, wo der „Sanibel Stoop“ und der „Captiva Crouch“ die beliebtesten Arten der Muschelsucher sind. Wichtig ist aber: Auf Sanibel und Captiva dürfen keine lebenden Muscheln gesammelt werden.

    Sanddollars

    Ohne Arme und Beine bewegen sie sich mit winzigen Stacheln am Körper und verstecken sich unter einer Sandschicht: Sanddollars. Wenn man eine „unbewohnte“ Muschel finden, empfiehlt es sich, diese zu bleichen. Denn dann zeigen sie ihr schönes weißes Strukturmuster.

    Jakobsmuscheln

    Die Saison für Jakobsmuscheln entlang der oberen Golfküste Floridas dauert in der Regel vom 1. Juli bis 10. September. Die Schalen verbergen ihren „Preis“ im Inneren, einen runden Muskel, der nur wenige Zentimeter groß ist. Keaton Beach, Hagen‘s Cove, Crystal River und Steinhatchee sind einige Orte, an denen man selbst „jagen“ kann. Mit dem Boot steuert man in die Grasebenen, in denen sich Muscheln gerne sammeln. Landratten wird Hagen‘s Cove gefallen, wo man auf der Suche nach einem feinen Abendessen durchs flache Wasser watet.

    Seesterne

    Seesterne zählen überall zu Floridas Küstenschönheiten. Die Suche nach diesen fünf- bis neunzackigen Kreaturen ist ein beliebter Zeitvertreib, vor allem bei den Kids, wenn deren Adleraugen das Wasser scannen. Seesterne sind vielleicht die ungewöhnlichsten, aber mit auch die bekanntesten Meeresbewohner. Sie haben keine Vorder- oder Rückseite und können sich ohne sich zu drehen in jede Richtung bewegen.

    Krabben

    Winkerkrabben (die ihren Spitznamen von der Bewegung erhalten haben, die Männer beim Werben um Frauen machen, ähnlich wie jemand, der einen Bogen über eine Geige bewegt) sind geneigt, bei Ebbe eine Show zu veranstalten. Wenn Urlauber beim Sonnenbaden zufällig ein blubberndes Geräusch hören, könnte das eine Geisterkrabbe sein. Diese kleinen Kreaturen mögen von kleiner Statur sein, aber ihre Kiemenkammern können große Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    Der „Stingray Shuffle“

    Der „Stingray Shuffle“ ist die sicherste Methode, um ins Meer zu gelangen. Dabei schieben Badegäste ganz einfach vorsichtig die Füße peu à peu weiter ins Meer und verzichten auf zu große Schritte. Der atlantische Stachelrochen ist nicht aggressiv und begräbt sich in flachen Gewässern in Ufernähe zum Schutz vor Raubtieren und großen Füßen. Das Ausschlagen mit dem Schwanz ist einfach der unwillkürliche Reflex des Rochens, der bei einer Störung zum Einsatz kommt. Der „Shuffle“ gibt den Rochen einen Hinweis zur Flucht, wenn die Strandbesucher in ihre Nähe kommen.
    Florida hat mehrere Arten von Rochen, darunter südliche Stachelrochen, Rotschwanz- und Stumpfnasenrochen, in verschiedenen Größen und Farben. Sie bewohnen südliche Küstengewässer in ganz Florida und sind Bodenbewohner. Einige Arten haben eine Spannweite von über zwei Metern. Besonders am frühen Morgen sind sie oftmals Begleiter beim morgendlichen Joggen.

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