Achterbahn der Gefühle in den Everglades

By: Wiebke Flegel

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Heute berichtet an dieser Stelle Ramona, Floridaexpertin für die Region Naples, Marco Island & Everglades über ihre spannende Tour durch die Everglades inklusive einem ganz besonderen 'Meet & Greet'... Viel Spaß beim Lesen!

Es ist wohl ein Klassiker unter den Florida Ausflugszielen: die Everglades. Fast ein  jeder, der die Everglades besucht, unternimmt eine Fahrt im Luftkissenboot, einem ‚Airboat‘. Von meinem Erlebnis in den Everglades und meiner ganz persönlichen Achterbahnfahrt der Gefühle möchte ich heute berichten.

Alligatoren werden wohl nie zu meinen Lieblingstieren zählen. Irgendwie strahlen Sie Unberechenbarkeit aus und grinsen fies. Nichts desto trotz habe ich mich auf den Weg gemacht, um an einer Airboat Tour in den Everglades teilzunehmen und um ein paar von den unheimlichen Tieren aufzustöbern. Mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude komme ich an der Anlegestelle an und treffe auch gleich auf meinen Guide Bob. Wir unterhalten uns kurz und ich glaube er belächelt mich ein bisschen für meine Nervosität. Was soll ich sagen, ich bin eben ein Mädchen! Ich bekomme meine Kopfhörer, lasse mich im Boot nieder und los geht die Fahrt.  Ich versuche mich zu entspannen und lasse mir den Fahrtwind ins Gesicht wehen. Wir biegen wild rechts und links ab und schon bald bin ich verloren im Mangrovendschungel. Ich frage mich, wie Bob sich hier orientieren kann und ob mehr als Glück dazu gehört, den Weg zurück zu finden. Dieser Gedanke ist jedoch schnell vergessen, als wir langsamer werden und Bob mir Anweisung gibt, nach rechts zu schauen: ‚Der riesige, der da kommt heißt Elvis‘. Riesig ist kein Ausdruck und auch die Tatsache, dass dieses Monstrum einen Namen hat, macht es keineswegs netter. Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Bob scheint vor Elvis überhaupt keine Angst zu haben, Respekt aber schon. Ich glaube, das ist die richtige Einstellung diesen Tieren gegenüber und versuche gleichmäßig zu atmen. Ich bin fasziniert davon, wie nahe Bob sich an den Alligator heran traut. Ob das die jahrelange Erfahrung als Guide in den Everglades mit sich bringt, oder einfach nur Wahnsinn ist, da bin ich mir nicht so sicher.
An den Anblick von Alligatoren, die so nahe an mich heran kommen gewöhne ich mich allmählich. Wir brausen dahin und biegen wieder wild rechts und links ab und auf einmal sehe ich die Anlegestelle. Wie macht er das nur? Auf diese Frage bekomme ich auch wieder nur ein breites Grinsen. Aha, Betriebsgeheimnis, na gut.

Ich mache mich auf den Weg zu einem der bekannten Boardwalks, um mir auf den als Brücken erbauten Wanderwegen meine etwas wackeligen Beine zu vertreten. Als ich durch die Tür gehe werde ich von vier kunterbunten Papageien begrüßt, die in absolutem Kontrast stehen zum ersten Teil meines Ausflugs.  Zwei von den wunderschönen Geschöpfen kann ich sogar streicheln und auf der Hand halten. Als ich das Köpfchen streicheln will senkt er ihn und hält mir seinen Nacken entgegen. Ein wahrer Genießer und wie Balsam für meine Seele. Nach ein paar Minuten spazieren komme ich zu einem kleinen Gehege, vor dem sich eine kleine Traube von Menschen gebildet hat. Durch und durch Mädchen steuere ich direkt darauf zu, ich muss natürlich wissen, was dort los ist. Ich spähe durch die vor mir stehenden Leute hindurch und sehe einen Wärter, der einen circa 70 cm großen Alligator auf dem Arm hält. Er kommt über die Absperrung geklettert und fragt in die Runde, wer den 'Kleinen' mal halten will. Niemals! Als die Menschenmenge weniger wird, schaut mich der Wärter an und fragt, ob ich den Alligator auch mal halten möchte. Ich schau mir den Alligator etwas genauer an und denke mir ‚jetzt oder nie‘ und halte meine Arme auf. Mit angehaltenem Atem nehm ich das ‚kleine Monstrum‘ entgegen. Als ich ihn sicher in meinen Armen halte und er sich nicht bewegt, fange ich vorsichtig wieder an zu atmen und traue mich etwas genauer hinzusehen. ‚Sein Name ist Rosco‘, informiert mich der Wärter und schon gleich wird mir etwas warm ums Herz. Ganz still bleibt er in meinen Armen hängen und schaut mich an. Er ist schwerer, als ich gedacht hätte und unerwartet weich.  Meine Nervosität ist wie verflogen. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit dem Wärter und halte dabei stets Blickkontakt mit Rosco. Nach kurzer Zeit gebe ich den ‚Kleinen‘ wieder frei und wir lassen ihn zurück zu seinen Freunden. Langsam mache ich mich auf den Weg Richtung Ausgang und zurück ins Hotel. Auf der Fahrt dorthin muss ich lächeln. Es ist ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Autorin: Ramona Oehler
 


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