Tauchen und Schnorcheln in Florida

By: Greg Johnston

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Die Unterwasserwelt von Florida entdecken

Ein Blick auf die Landkarte von Florida genügt, um zu wissen, warum es hier so viele Tauchplätze wie Alligatoren gibt. Auf der Halbinsel, deren Form an einen langen, in das blaue Wasser des Ozeans weisenden Finger erinnert, sind viele der besten Tauchplätze von fast jedem Ort aus in wenigen Stunden mit dem Auto zu erreichen.

Sie können praktisch von jedem Punkt ganz oben im Norden, dem „Pfannenstiel“, bis hinunter zum südlichsten Florida Key und überall dazwischen tauchen. Hier ist eine Liste der schönsten Plätze, an denen man die Unterwasserwelt genießen kann.


Der beste Platz zum Schnorcheln: Dry Tortugas National Park

Ob Anfänger oder Profi, alle sind sich darüber einig, dass diese Koralleninsel etwa 112 km westlich von Key West mit Recht den Anspruch erhebt, einer der besten Schnorchelgründe Nordamerikas zu sein. Unter dem massiven Festungswall von Fort Jefferson tummeln sich unzählige, in allen Farben schillernde tropische Fische und lebende Korallen auf einem Teppich aus glitzernd weißem Sand.

Wegen des seichten Wassers ist dieser Ort perfekt für Leute, die mit dem Schnorcheln erst anfangen möchten oder die nur wenig Schnorchelerfahrung haben. In diesem geschützten Meeresreservat kann man viele bunte Korallen, mehrere Arten von tropischen Fischen, Seesterne, Fechterschnecken und vieles andere mehr sehen. Ein Höhepunkt des Schnorchelerlebnisses ist ein Abstecher zum Windjammer-Wrack. In diesem mehr als 60 m langen schiffbrüchigen Schoner vor der Küste der Loggerhead Key Insel wimmelt es heute von Tausenden von tropischen Fischen und Stachelhummern.


Der beste Ort, um Seekühe zu sehen: Crystal River

Crystal River ist ein Paradies für Seekühe. Aber lassen Sie die Sporen zuhause, hier sind nur Flossen willkommen. Dieses Gebiet ist das Mekka für Seekühe, die hier von November bis einschließlich April in großen Herden in den warmen Gefilden des Meeres leben. Diese sanften Kreaturen sind bis zu 3 m lang und über 450 kg schwer. Sie sind eine geschützte und vom Aussterben bedrohte Tierart. In den als Schutzzonen für die Sehkühe markierten Gebieten darf man nur schnorcheln. Es ist streng verboten, die Tiere zu stören oder zu jagen. Taucher können zu Dutzenden von Süßwasserquellen tauchen, die aus dem Untergrund hervorsprudeln. Die salzige Mischung der Wasser des Golfs hat eine Umgebung geschaffen, die schlicht und einfach spektakulär ist. Hier trifft man auch auf Tarpone, Schnappbarsche und Rotbarsche ebenso wie auch auf den Amerikanischen Forellenbarsch und auf Hornhechte.


Die besten natürlichen Quellen: Ginnie Springs

Dieses Naturphänomen gibt einem ein Gefühl, man tauche in eine riesige Flasche Quellwasser. Wenn man sich eine Gesichtsmaske aufsetzt, meint man, die Fische fliegen durch die Luft. Die Senke mit einem Durchmesser von 30 Metern liegt in einem 80 ha großen Waldgelände in der Nähe des Städtchens High Springs. Dort stehen Campingplätze, ein Tante-Emma-Laden und Bademöglichkeiten zur Verfügung. Neun Quellen fließen im von Gerbsäure gefärbten Santa Fe River. Es ist ein Spaß ohne Ende, sich auf Luftschläuchen über Tauchern dahintreiben zu lassen, die die unterirdischen Höhlen erkunden.


Die besten Orte zum Höhlentauchen: Devil's Den und Blue Grotto

Devil’s Den: In der Nähe der kleinen Stadt Williston gelegen, ist diese von Farnen behangene trichterförmige Vertiefung aus Kalkstein wegen ihrer einzigartigen geologischen Formation von großem Interesse. Tatsächlich wurde diese Stelle von den ersten Siedlern als "Höhle der Hölle" gefürchtet, weil sie meinten, dass der im Winter aufsteigende Dampf direkt aus der Hölle kam. Heute wissen wir es besser und Taucher, Schnorchler und Schwimmer betreten vom überirdischen Eingang aus die offenen Treppen, um das mehr als 18 m tiefe unterirdische Becken zu erkunden. Das Wasser ist gerade etwas mehr als 15 m tief. Die tieferen Beckenbereiche des Höhlensystems sind für Besucher gesperrt.

Blue Grotto:
Nur einen Steinwurf vom Devil’s Den entfernt liegt die Blue Grotto, die größte Süßwassergrotte mit glasklarem Wasser im ganzen Bundesstaat Florida. Sie kann von Tauchern aller Klassen erkundet werden und die maximal erreichbare Tiefe liegt bei 30 m. Die Besonderheit in Blue Grotto ist Luftglocke in einer Tiefe von 9 m. Diese kann man betreten, den Atemregler aus dem Mund nehmen und mit seinem Tauchpartner reden.


Mit Meeresschildkröten tauchen: West Palm Beach

Hierhin zieht es vor allem Taucher, die sich dem Drift Diving verschrieben haben. Zum Drift Diving braucht man eine Strömung, in West Palm Beach ist das der Golfstrom. Dabei taucht der Taucher in den Wasserstrom hinein und lässt sich einfach von der Strömung treiben. Der sich schnell bewegende Wasserkorridor bietet eine einzigartige Mischung: ausgezeichnete Sicht, wunderschöne Korallen und eine vielfältige Meeresfauna, die ihren Ursprung in den Flussmündungen hat, die als Brutstätten der unterschiedlichsten Arten eine reiche Lebensquelle darstellen. Wenn man Meile nach Meile über die spektakulären Korallenriffe und Fische hinwegtreibt, meint man, in einem Unterwasserzoo zu sein. In diesen von Fischen wimmelnden Gewässern haben die Taucher bessere Chancen, mit großen Meerestieren, wie zum Beispiel Meeresschildkröten, in Berührung zu kommen, als sonstwo auf der Welt. In der Zeit zwischen Mai und September passiert es nicht selten, dass ein Dutzend oder mehr dieser Riesentiere aufkreuzen und sich neben den Tauchern treiben lassen. Es ist auch keine Seltenheit, plötzlich einen Hai oder einen Segelfisch im Korridor auftauchen zu sehen. Man sollte nie vergessen, dass man sich auf dem Migrationspfad von Walen und anderen Meeresbewohnern befindet.


Der beste Platz, um Haifischzähne zu finden: Venice

Wer hätte gedacht, dass diese herrlichen Strände vor Jahrtausenden beliebte Tummelplätze scharfzähniger Raubfische waren? Das alte, dem Strand von Venice etwa anderthalb Kilometer vorgelagerte Flussbett, ist als Hauptstadt der Haifischzähne bekannt. Seit Jahren versuchen Taucherinnen und Taucher ihr Glück in den recht trüben Gewässern und finden auch immer wieder enorm große Haifischzähne. Einige dieser Zähne sind tatsächlich mehrere hundert Dollar wert. Aber die meisten Urlaubern sind schon zufrieden, wenn sie ein oder zwei Zähne finden, die sie als Souvenir mit nach Hause nehmen können.


Die besten künstlichen Riffs bei Miami und Fort Lauderdale

Nicht weit vor der Küste und in Sichtweite der Haute Couture Hotels, die diese Strände so berühmt machen, liegen mehrere Wracks. Genau wie die Hotels für Menschen sind sie eine Art Unterkunft für Fische. Ein mit Elan vorangetriebenes Programm, dessen Ziel die Schaffung künstlicher Riffs ist, hat dazu geführt, dass Dutzende von Wracks versenkt wurden, darunter auch drei ehemalige Ölplattformen, bekannt als die Tenneco Towers. Diese Bohrinseln sind mit Korallen und Schwämmen überkrustet und von Fischschwärmen bevölkert. Viele dieser Wracks sind fein säuberlich Bug an Heck aufgereiht und erstrecken sich meilenweit in einer langen Linie vor der Küste auf dem Meeresboden. Hierzu gehört eine Gruppe von Wracks in Miami, für deren Besuch ein einziger Sauerstofftank erforderlich ist – zwei, wenn man mehr sehen will. Dazu gehören ein 20 m langer Stahlschlepper, zwei M60-Panzer, Billy's Barge, ein fast 34 m langer Lastkahn, Ben's Antennae Reef und Dutzende von mehr als 30 m langen Frachtern.


Der beste Platz, um ein lebendes Riff zu erleben: Looe Key

Ganz in Küstennähe von Big Pine Key liegen die herrlichen Riffe von Looe Key. Dieses mehr als 14 Quadratkilometer große Meeresreservat, das National Marine Sanctuary, ist ein unter Umweltschutz stehendes Ökosystem unter Wasser. Es ist eine Unterwasser-Oase, die an die großen, in den Bahamas überall anzutreffenden Riffstrukturen erinnert. Benannt wurde es nach dem britischen Kriegsschiff HMS Looe, das 1744 hier auf Grund lief. Das Wrack gibt es längst nicht mehr, aber die unberührten Riffe innerhalb des Schutzgebiets sind heute ein lebendes Korallensystem, dessen spitzzackige Gipfel und tiefe Schluchten ein beeindruckendes Profil darstellen. Die tiefer liegenden Riffe setzen sich aus einer Vielfalt von Schwämmen und weichen Korallen zusammen, die durch ihre Schönheit bestechen. Hier sind praktisch alle in den Florida Keyes vorkommenden Arten vertreten.


Große Wracks erkunden: Key Largo

Die farbenfrohen Riffe und die beeindruckende Artenvielfalt der Fische im Pennekamp Park sind Grund genug, den Minivan zu beladen und in Richtung Süden zu fahren. Aber für Urlauber, die es nach wirklich großen Wracks gelüstet, ist das über 155 m lange Spiegel Grove Wrack die Hauptattraktion. Nach fast acht Jahren Planung wurde das auf dem Kopf schwimmende Grove versenkt, was Millionen von Zuschauern im Fernsehen miterlebten. Heute ist das Wrack Anziehungspunkt für die vielfältigste Meeresfauna und -flora. Zwei weitere große Wracks, die man nicht anschauen sollte, sind die ehemaligen Coast Guard Kutter Bibb und Duane. Dort haben sich vor allem scharfzähnige Fische wie der Pfeilhecht und andere Hechte angesiedelt.


Die besten Plätze, um historische Wracks zu erkunden: Pensacola, Destin und Panama City

Pensacola: Diese Militärstadt hat nicht nur die Wirtschaft der Stadt, sondern auch ihre Tauchgründe entscheidend geprägt. Zu den hier liegenden Wracks gehören auch die USS Massachusetts, ein über 152 m langes Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, der russische Frachter San Pablo, ein Lastkahn der Marine und eine A-7 Corsair, die vom Deck der USS Lexington gefallen war. Außerdem sind Panzer aus der Zeit des Vietnamkriegs und verschiedene andere Kriegsschiffe zu sehen. Die USS Oriskany, ein ausrangierter Flugzeugträger, soll demnächst versenkt und Pensacolas neuestes künstliches Riff werden.

Destin:
Für Militärfans unter den Tauchern sind die Wasser vor der Küste dieses Strandorts ein Paradies. Versenkte Lastkähne, Schleppkähne, Liberty-Schiffe, Landungsboote, Flugzeuge, Armeepanzer und Brückenschutt sind mit allen möglichen Fischen besiedelt.

Panama City: In den 70er Jahren begann das Marineinstitut, Schiffe, Alteisen der Marine, Pontons, Türme, Kommandobrücken, Panzer, Hovercraft-Schiffe und sogar eine Quonset-Hütte auf den Meeresboden des Golfs zu versenken. Das vielleicht berühmteste Wrack ist ein 142 m langes britisches Tankschiff, die Empire Mica, die 1942 von einem deutschen U-Boot-Torpedo versenkt wurde. Heute liegt es in einer Tiefe von über 34 m und zwar 32 km vor der Küste von Cape San Blas.

Anmerkung der Redaktion: Voraussetzung zum Tauchen und insbesondere Höhlentauchen ist ein Ausbildungsnachweis bzw. ein anerkannter Tauchschein.


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